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Vortrag von Sir Hew Strachan

Sir Hew Strachan Sir Hew Strachan

Prof. Strachan beleuchtete in seinen Ausführungen Spannungsfelder und Widersprüchlichkeiten der Sicherheitspolitik heutiger westlicher Demokratien und ging dabei gezielt auf das Akteursdreieck "Politik-Militär-Öffentlichkeit" ein

Bezugspunkte seiner Argumentation waren wiederholt die westlichen Interventionskriege der zurückliegenden Jahre, die seines Erachtens von ausgeprägter Strategielosigkeit, ja Strategieunfähigkeit der westlichen Staatengemeinschaft geprägt waren. Wie schwach seiner Meinung nach die Rolle der Streitkräfteapparate in der Ausmarchung westlicher Sicherheitsstrategien geworden ist, illustrierte Strachan am Beispiel der Abberufungen bzw. Rücktritte diverser westlicher Generalstabschefs bzw. Spitzenmilitärs in den letzten Jahren (Stanley A. McChrystal, Jock Stirrup, Pierre de Villiers) nach deren Kritik am sicherheits- und militärpolitischen Kurs ihrer jeweiligen Regierung. Nach Strachans Einschätzung brauchen konsolidierte Sicherheitsstrategien in demokratischen Staaten entsprechend eine öffentliche Debatte. Nur so lasse sich die Unterstützung von Sicherheitspolitik durch die Öffentlichkeit überhaupt erreichen.

 

Der Vortrag stiess auf reges Interesse der anwesenden knapp 50 Zuhörerinnen und Zuhörer, davon erfreulicherweise etliche Studentinnen und Studenten, und endete mit einer einstündigen Diskussionsrunde und einem kleinen Aperitiv. Prof. Strachan zeigte sich sehr interessiert am SVMM, weil er seinerseits etliche Jahre in die Arbeit der Britischen Kommission für Militärgeschichte (unserem Äquivalent in GB) involviert war.

Dr. Michael M. Olsansky

 

  • Serie ARES 4 - Michael Olsansky - Am Rande des Sturms: / En marge de la tempête

    Michael Olsansky (Hrsg) - Am Rande des Sturms: Das Schweizer Militär im Ersten Weltkrieg / En marge de la tempête : les forces armées suissses pendant la Première Guerre mondiale mondiale

    Konfliktbeladen zeigt sich die Geschichte des Militärs im Ersten Weltkrieg – auch wenn die Schweiz nicht aktiv am Krieg teilgenommen hat. Nicht minder kontrovers war der Stoff für geschichtspolitische Kontroversen. Sei es die personell schillernde Armeeführung, sei es die Disziplinierung der Wehrmänner durch Offiziere und Militärjustiz, seien es die Ordnungsdiensteinsätze der Armee im Innern.

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  • Serie ARES 3 - Michael Olsansky - Militärisches Denken in der Schweiz im 20. Jahrhundert / La pensée militaire suisse au 20e siècle

    Michael Olsansky (Hrsg) - Militärisches Denken in der Schweiz im 20. Jahrhundert La pensée militaire suisse au 20e siècle

    Obwohl die Schweiz im 20. Jahrhundert als Staat nicht direkt in kriegerische Aktivitäten involviert war, zeigte sich die «pensée militaire» – die intellektuelle und konzeptionelle Auseinandersetzung mit dem Militär und dessen Interaktion mit Krieg, Politik und Gesellschaft – ausgeprägt und reichhaltig.

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  • Serie ARES 2 - Rudolf Jaun et al (2015) - An der Front und hinter der Front / Au front et à l'arrière

    Rudolf Jaun, Michael Olsansky, Sandrine Picaud-Monnerat - An der Front und hinter der Front / Au front et à l'arrière : Der Erste Weltkrieg und seine Gefechtsfelder / La Première Guerre mondiale et ses champs de bataille

    Der Erste Weltkrieg zog alle Weltmächte in seinen Bann. An der Gefechtsfront und an den Heimfronten unternahmen die Kriegsmächte unvergleichliche Anstrengungen. Mit vielfach erhöhter Produktion und umfassender Mobilisation versuchten sie, den Erfolg an der Gefechtsfront zu erzwingen. Dies führte zu einem Wandel der Streitkräfte und der Kampfführung, aber auch zu einer Totalisierung der Kriegsführung unter Einbezug ganzer nationaler Gesellschaften und ihrer Kultur.

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  • Serie ARES 1 - David Rieder, Rudolf Jaun - Schweizer Rüstung / L'armement suisse (2013)

    David Rieder, Rudolf Jaun - Schweizer Rüstung / L'armement suisse Politik, Beschaffungen und Industrie im 20. Jahrhundert / Politique, aquisitions et productions au XXe siècle

    Die Rüstungsbedürfnisse und -beschaffungen der Schweizer Armee bewegen sich in einem Spannungsfeld von Politik, Gesellschaft und Technologie. Mediale Aufmerksamkeit und politische Kontroversen waren und sind ihnen somit stets gewiss.

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