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Corvisier-Preis 2020 – Herzliche Gratulation an Dr. Marcel Berni

Der Corvisier-Preis wird jährlich von der Internationalen Kommission für Militärgeschichte ICMH - der Institution, in der die SVMM die Schweiz vertritt - mit dem Ziel der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses verliehen; er prämiert Dissertationen in Militärgeschichte.
Die Ausgabe 2020 war auf einem ausgezeichneten Niveau. Sechzehn Kandidaten aus sieben Ländern wurden vorgestellt. Und es war unser Mitbürger und SVMM-Mitglied Dr. Marcel Berni, der den Preis nach einer gründlichen Prüfung durch die internationale Jury gewann. Der Vorstand SVMM gratuliert ihm von ganzem Herzen.

Der Titel seiner Dissertation lautet: "Außer Gefecht. Leben, Leiden und Sterben "kommunistischer" Gefangener in Vietnams amerikanischem Krieg 1965-1973".

Marcel Berni ist der erste, der sorgfältig die Behandlung gefangener Vietnamesen untersucht, die aus verschiedenen Gründen von den Amerikanern und Südvietnamesen nicht als Kriegsgefangene betrachtet wurden.

Im ersten Teil seiner Arbeit zeigt Marcel Berni, wie amerikanische Militäranwälte das Problem der "Gegner" in einem asymmetrischen Krieg zu lösen suchten und indirekt zu einer Reihe von Gräueltaten der Truppen beitrugen. Weiter beschreibt er die Faktoren, die zu exzessiver Gewalt gegen Gefangene führten.

Er greift auf Quellen wie die Besuchsberichte des IKRK zurück, um ein neues Licht auf die amerikanischen Ansichten zu werfen, die ansonsten in der vorhandenen Literatur vorherrschend sind. Ein weiteres Kapitel ist den verschiedenen Lagern gewidmet, in denen die Gefangenen untergebracht waren. Diese reichen von einigermaßen gut geführten Kriegsgefangenenlagern bis hin zu speziellen Verhörzentren und Gefängnisblöcken unter südvietnamesischer Verwaltung, in denen extrem brutale und entmenschlichende Bedingungen herrschten.Hier macht Berni deutlich, dass die US-Behörden oft erleichtert waren, das Problem der "kommunistischen" Gefangenen an die südvietnamesischen Behörden weiterzugeben, und sich von jeder Verantwortung freigesprochen haben.

In seinem Epilog beschwört Marcel Berni die Konstanz in der bewussten Weigerung der amerikanischen Behörden, feindliche Kämpfer und Sympathisanten im "Krieg gegen den Terror" als Kriegsgefangene einzustufen. So wird Bernis Werk nicht nur zu einem kritischen Kommentar der amerikanischen Politik, sondern wirft auch die Frage auf, ob es eine kulturelle Verankerung, einen spezifisch amerikanischen Umgang mit Gefangenen in asymmetrischen Konflikten gibt. Diese Frage dürfte die Wissenschaftler noch einige Zeit beschäftigen, und sie wird auch international vergleichende Studien anregen.

Dr Marcel Berni

Die hervorragende Arbeit von Marcel Berni hat diesen Forschungsbereich wesentlich vorangebracht. Die SVMM wünscht ihm viel Erfolg bei seinen weiteren Forschungsarbeiten zur Militärgeschichte.

  • Serie ARES 5 - Christophe Vuilleumier (sous la direction de), Le renseignement dans les pays neutres - Á paraître

    Cet ouvrage, issu du colloque de Genève 2018 de l’ASHSM, porte sur plusieurs thématiques méconnues, comme le développement de l’espionnage allemand sur le sol de la Confédération après la première Guerre mondiale, l’existence des services de renseignement polonais en suisse pendant la seconde Guerre mondiale, le fonctionnement des services de renseignement helvétique au cours de ce conflit, ou l’activité des services secrets étrangers en Suisse durant la Guerre froide.

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  • Serie ARES 4 - Michael Olsansky - Am Rande des Sturms: / En marge de la tempête

    Michael Olsansky (Hrsg) - Am Rande des Sturms: Das Schweizer Militär im Ersten Weltkrieg / En marge de la tempête : les forces armées suissses pendant la Première Guerre mondiale mondiale

    Konfliktbeladen zeigt sich die Geschichte des Militärs im Ersten Weltkrieg – auch wenn die Schweiz nicht aktiv am Krieg teilgenommen hat. Nicht minder kontrovers war der Stoff für geschichtspolitische Kontroversen. Sei es die personell schillernde Armeeführung, sei es die Disziplinierung der Wehrmänner durch Offiziere und Militärjustiz, seien es die Ordnungsdiensteinsätze der Armee im Innern.

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  • Serie ARES 3 - Michael Olsansky - Militärisches Denken in der Schweiz im 20. Jahrhundert / La pensée militaire suisse au 20e siècle

    Michael Olsansky (Hrsg) - Militärisches Denken in der Schweiz im 20. Jahrhundert La pensée militaire suisse au 20e siècle

    Obwohl die Schweiz im 20. Jahrhundert als Staat nicht direkt in kriegerische Aktivitäten involviert war, zeigte sich die «pensée militaire» – die intellektuelle und konzeptionelle Auseinandersetzung mit dem Militär und dessen Interaktion mit Krieg, Politik und Gesellschaft – ausgeprägt und reichhaltig.

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  • Serie ARES 2 - Rudolf Jaun et al (2015) - An der Front und hinter der Front / Au front et à l'arrière

    Rudolf Jaun, Michael Olsansky, Sandrine Picaud-Monnerat - An der Front und hinter der Front / Au front et à l'arrière : Der Erste Weltkrieg und seine Gefechtsfelder / La Première Guerre mondiale et ses champs de bataille

    Der Erste Weltkrieg zog alle Weltmächte in seinen Bann. An der Gefechtsfront und an den Heimfronten unternahmen die Kriegsmächte unvergleichliche Anstrengungen. Mit vielfach erhöhter Produktion und umfassender Mobilisation versuchten sie, den Erfolg an der Gefechtsfront zu erzwingen. Dies führte zu einem Wandel der Streitkräfte und der Kampfführung, aber auch zu einer Totalisierung der Kriegsführung unter Einbezug ganzer nationaler Gesellschaften und ihrer Kultur.

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  • Serie ARES 1 - David Rieder, Rudolf Jaun - Schweizer Rüstung / L'armement suisse (2013)

    David Rieder, Rudolf Jaun - Schweizer Rüstung / L'armement suisse Politik, Beschaffungen und Industrie im 20. Jahrhundert / Politique, aquisitions et productions au XXe siècle

    Die Rüstungsbedürfnisse und -beschaffungen der Schweizer Armee bewegen sich in einem Spannungsfeld von Politik, Gesellschaft und Technologie. Mediale Aufmerksamkeit und politische Kontroversen waren und sind ihnen somit stets gewiss.

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